Spielzeug sicher kaufen: Worauf Sie achten sollten
Was CE- und GS-Zeichen bedeuten, warum die Altersangabe „ab 3“ oft eine Warnung ist und welche Gefahren bei Kleinteilen, Magneten und Knopfzellen lauern.
Spielzeug, das in der EU verkauft wird, muss gesetzliche Sicherheitsanforderungen erfüllen. Trotzdem landen immer wieder Produkte im Handel, die diese Anforderungen nicht einhalten, besonders bei sehr günstigen Angeboten aus unbekannten Quellen. Mit ein paar Grundregeln können Sie beim Kauf viel richtig machen. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kennzeichen und Risiken verständlich.
Die wichtigsten Zeichen auf der Verpackung
CE-Kennzeichen
Das CE-Zeichen muss auf jedem Spielzeug stehen, das in der EU verkauft wird. Damit erklärt der Hersteller, dass sein Produkt die europäischen Sicherheitsanforderungen für Spielzeug erfüllt. Wichtig zu wissen: Das CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel. Es wird in der Regel nicht von einer unabhängigen Stelle vergeben, sondern vom Hersteller selbst angebracht. Fehlt es, ist das ein Warnsignal; ist es vorhanden, ist das allein noch keine Garantie.
GS-Zeichen
Das GS-Zeichen steht für „Geprüfte Sicherheit“. Es ist freiwillig und wird nur nach einer Prüfung durch eine unabhängige, zugelassene Prüfstelle vergeben, die auch die Fertigung kontrolliert. Auf dem Zeichen ist die Prüfstelle genannt. Ein Spielzeug mit GS-Zeichen hat also eine zusätzliche, externe Kontrolle durchlaufen.
Herstellerangaben
Auf dem Spielzeug oder der Verpackung müssen Name und Anschrift des Herstellers oder Importeurs in der EU stehen. Fehlen diese Angaben, ist bei Rückfragen oder Mängeln niemand greifbar. Das ist ein guter Grund, das Produkt stehen zu lassen.
Altersangaben richtig lesen
Auf Spielzeug finden sich zwei Arten von Altersangaben, die leicht verwechselt werden:
- Empfehlungen wie „ab 6 Jahren“ beschreiben, für welches Alter das Spielzeug gedacht ist, zum Beispiel weil die Regeln erst dann verstanden werden.
- Warnhinweise wie „Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet“, oft mit einem durchgestrichenen Kindergesicht und der Angabe „0–3“, sind eine Sicherheitswarnung. Meist enthält das Spielzeug Kleinteile, die verschluckt oder eingeatmet werden können.
Der Warnhinweis gilt nicht nur für das beschenkte Kind, sondern für alle Kinder im Haushalt. Ein Spiel mit kleinen Figuren ist für ein Schulkind unbedenklich, kann aber für ein jüngeres Geschwisterkind gefährlich werden. Besprechen Sie mit älteren Kindern, wo solche Spiele aufbewahrt werden.
Besondere Gefahren kennen
Kleinteile
Kinder unter drei Jahren erkunden die Welt auch mit dem Mund. Alles, was klein genug ist, kann verschluckt oder eingeatmet werden. Achten Sie bei Spielzeug für die Kleinsten darauf, dass sich keine Teile wie Augen, Knöpfe oder Räder lösen lassen. Ziehen Sie ruhig einmal kräftig daran.
Knopfzellen
Knopfzellen, also kleine, flache Batterien, sind besonders gefährlich: Werden sie verschluckt, können sie in der Speiseröhre in kurzer Zeit schwere Verätzungen verursachen. Bei Spielzeug sollte das Batteriefach deshalb verschraubt oder anders kindersicher verschlossen sein. Bewahren Sie Ersatzbatterien außer Reichweite auf. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Knopfzelle verschluckt hat, gehört es sofort in ärztliche Behandlung.
Magnete
Kleine, starke Magnete, etwa aus Magnetkugel-Sets oder aus beschädigten Bausteinen, sind gefährlich, wenn mehrere verschluckt werden: Sie können sich durch die Darmwand hindurch anziehen und schwere Verletzungen verursachen. Prüfen Sie magnetisches Spielzeug regelmäßig darauf, ob Magnete sich lösen, und halten Sie Magnetkugeln, die als Spielzeug für Erwachsene verkauft werden, von Kindern fern.
Schnüre und Bänder
Lange Schnüre, Kordeln und Bänder können sich bei Babys und Kleinkindern um den Hals wickeln. Spielzeug für das Kinderbett oder den Kinderwagen sollte keine langen Schnüre haben und sicher befestigt sein.
Lautstärke
Manches Spielzeug ist erstaunlich laut, besonders wenn Kinder es direkt ans Ohr halten. Hören Sie vor dem Kauf einmal hinein. Viele elektronische Spielsachen haben eine Lautstärkeregelung oder lassen sich leiser stellen.
Geruch und Material
Riecht ein Spielzeug stark chemisch, ist Vorsicht angebracht. Bei Holzspielzeug lohnt ein Blick auf die Oberfläche: Splitter oder abblätternde Farbe sind ein Grund zur Reklamation. Mehr zu Materialien finden Sie im Ratgeber Nachhaltige Geschenke für Kinder.
Beim Kauf im Internet
Online ist die Auswahl riesig, die Kontrolle aber schwieriger. Einige Punkte helfen bei der Einschätzung:
- Wer verkauft? Auf Marktplätzen verkaufen oft Drittanbieter. Prüfen Sie, wer der Verkäufer ist und ob eine Anschrift in der EU angegeben ist.
- Bekannte Marken und Händler haben ein Interesse daran, Sicherheitsvorgaben einzuhalten, und sind bei Problemen erreichbar.
- Auffällig günstige Kopien bekannter Spielzeuge sind häufiger mangelhaft als das Original.
- Produktfotos und Beschreibung: Sind CE-Zeichen, Altersangabe und Warnhinweise zu sehen oder genannt?
Die EU veröffentlicht gefährliche Produkte, die vom Markt genommen wurden, im Schnellwarnsystem „Safety Gate“. Dort können Sie nachsehen, ob ein bestimmtes Spielzeug schon aufgefallen ist.
Nach dem Kauf
- Verpackung entfernen: Folien, Kabelbinder und kleine Befestigungsteile sofort entsorgen.
- Anleitung aufheben: Sie enthält oft Hinweise zur Montage, zu Batterien und zur Reinigung.
- Regelmäßig prüfen: Spielzeug nutzt sich ab. Lose Teile, Risse und scharfe Kanten sind ein Grund, es zu reparieren oder auszusortieren.
- Gebrauchtes prüfen: Gebrauchtes Spielzeug ist nachhaltig, sollte aber vollständig und unbeschädigt sein. Sehr altes Spielzeug entspricht nicht immer heutigen Anforderungen.
Fazit
Sicheres Spielzeug erkennen Sie an einem vollständigen CE-Kennzeichen, klaren Hersteller- und Altersangaben und, wenn vorhanden, einem GS-Zeichen. Nehmen Sie Warnhinweise ernst, besonders wenn jüngere Kinder im Haushalt leben, und seien Sie bei Knopfzellen und kleinen Magneten besonders aufmerksam. Passende Geschenke für die Kleinsten finden Sie unter Geschenke für 0 bis 2 Jahre.