Brettspiele für Kinder: So finden Sie das passende Spiel
Vom ersten Farbwürfelspiel bis zum Strategieabend mit der Familie: Welche Spiele in welchem Alter gut ankommen und woran Sie ein gutes Kinderspiel erkennen.
Ein Brettspiel ist eines der wenigen Geschenke, das nicht nur das Kind beschäftigt, sondern die ganze Familie an einen Tisch holt. Nebenbei üben Kinder dabei Dinge, die sich schwer anders lernen lassen: abwarten, bis man dran ist, Regeln einhalten, verlieren können und gemeinsam etwas erreichen. Damit das Spiel nicht nach zwei Runden im Schrank verschwindet, muss es zum Alter und zur Familie passen.
Woran Sie ein gutes Kinderspiel erkennen
- Die Regeln sind in wenigen Minuten erklärt. Kinder wollen spielen, nicht zuhören. Je jünger das Kind, desto kürzer sollte die Erklärung sein.
- Eine Runde dauert nicht zu lange. Für Kita-Kinder sind zehn bis fünfzehn Minuten ideal, für Grundschulkinder darf es eine halbe Stunde sein. Eine kurze Spieldauer hat außerdem den Vorteil, dass nach einer Niederlage gleich die Revanche folgen kann.
- Das Material ist robust. Große Holzfiguren, dicke Pappe und wenige Kleinteile halten auch Kleinkinderhände aus.
- Alle bleiben beteiligt. Gute Kinderspiele lassen niemanden früh ausscheiden und haben keine langen Wartezeiten.
- Erwachsene spielen gern mit. Ein Spiel, das auch Eltern Freude macht, wird deutlich öfter aus dem Regal geholt.
Die Altersangabe auf der Schachtel ist ein brauchbarer Anhaltspunkt, aber keine feste Grenze. Ein Kind, das gern spielt und ältere Geschwister hat, kommt oft früher mit anspruchsvolleren Spielen zurecht. Umgekehrt ist ein Spiel, das ein Kind überfordert, schnell verleidet.
Kooperativ oder gegeneinander?
Bei kooperativen Spielen gewinnen oder verlieren alle gemeinsam, zum Beispiel gegen eine Figur, die auf dem Spielplan vorrückt. Für jüngere Kinder ist das oft der bessere Einstieg: Niemand verliert allein, und die Großen können den Kleinen helfen, ohne dass es ungerecht wirkt. Mit etwa fünf, sechs Jahren wächst die Freude am Kräftemessen. Dann gehören auch Niederlagen dazu, und gerade das Spiel am Familientisch ist ein guter Ort, um sie zu üben.
Die ersten Spiele (2 bis 3 Jahre)
Die ersten Spiele sind zunächst Spielzeug: Figuren werden herumgetragen, gestapelt und ausprobiert. Erst nach und nach kommen Regeln dazu. Bewährt haben sich Farbwürfelspiele mit großen Holzteilen, bei denen die Kinder Farben zuordnen und gemeinsam ein Ziel erreichen. Beispiele sind Hanni Honigbiene und das Magnet-Angelspiel Fische angeln. Ein Klassiker ab etwa drei Jahren ist der Obstgarten, bei dem alle zusammen das Obst ernten, bevor der Rabe ankommt.
Wer lieber allein tüfteln lässt: Knobelspiele wie Die drei kleinen Schweinchen haben Aufgaben mit steigender Schwierigkeit und wachsen ein Stück mit.
Kindergartenkinder (4 bis 5 Jahre)
Jetzt verstehen Kinder einfache Regeln, würfeln selbst und fiebern mit. Besonders gut kommen Spiele an, bei denen etwas Überraschendes passiert: ein Loch öffnet sich, eine Figur verschwindet, ein Wurm kriecht aus dem Beet. Lotti Karotti mit der drehbaren Karotte, Geistertreppe mit ihren magnetischen Geistern und Da ist der Wurm drin, das Kinderspiel des Jahres 2011, sind Beispiele dafür. Glück entscheidet hier mehr als Taktik, und das ist gut so: So haben alle am Tisch eine echte Chance.
Grundschulkinder (6 bis 8 Jahre)
Mit dem Schulalter wächst die Freude an Tempo, Merkfähigkeit und ersten Entscheidungen. Reaktionsspiele wie Halli Galli sind schnell erklärt und bringen Schwung in jede Runde, auch bei Erwachsenen. Das verrückte Labyrinth verlangt räumliches Denken, weil sich die Gänge ständig verschieben. Ab etwa acht Jahren kommen Legespiele wie Qwirkle und kooperative Spiele mit Zeitdruck wie Magic Maze hinzu, bei dem alle schweigend zusammenarbeiten müssen.
Für ruhige Momente allein eignen sich Knobelspiele mit vielen Aufgaben, etwa der IQ Puzzler Pro, der auch auf Reisen gut funktioniert.
Ältere Kinder (ab 10 Jahren)
Ab etwa zehn Jahren spielen Kinder oft auf Augenhöhe mit Erwachsenen. Das ist die Zeit für Spiele, bei denen Planung und Verhandeln zählen, wie CATAN. Kartenspiele wie Wizard oder das kooperative Die Crew – Mission Tiefsee passen in jede Tasche und reichen für viele Abende. Wer gern rätselt, hat mit Escape-Spielen wie EXIT – Der versunkene Schatz einen gemeinsamen Abend im Team. Beachten Sie, dass solche Escape-Spiele meist nur einmal gespielt werden können, weil Material dabei zerschnitten oder beschriftet wird.
Spiele für draußen
Nicht jedes Spiel braucht einen Tisch. Wurfspiele wie KUBB bringen Kinder und Erwachsene im Garten, im Park oder am Strand zusammen und sind ein schönes Geschenk für Familien, die viel draußen unterwegs sind. Mehr Ideen finden Sie unter Outdoor.
Tipps für das Verschenken
- Fragen Sie nach, was schon im Schrank steht. Klassiker sind in vielen Familien schon vorhanden. Eine geteilte Wunschliste verhindert Doppelungen.
- Spielen Sie die erste Runde mit. Ein Spiel, das beim Auspacken gleich gemeinsam ausprobiert wird, bleibt in Erinnerung. Gerade Großeltern und Paten können so aus einem Geschenk ein Erlebnis machen.
- Denken Sie an die Mitspieler. Ein Spiel für vier Personen ist für ein Einzelkind mit berufstätigen Eltern weniger geeignet als ein Spiel, das auch zu zweit gut funktioniert.
- Achten Sie auf Kleinteile. Leben jüngere Geschwister im Haushalt, ist die Altersangabe auch eine Sicherheitsfrage. Mehr dazu im Ratgeber Spielzeug sicher kaufen.
Fazit
Das beste Brettspiel ist eines, das zum Alter passt, schnell erklärt ist und auch den Erwachsenen Spaß macht. Für die Kleinsten sind kooperative Farbwürfelspiele ein guter Einstieg, im Kindergarten sorgen Spiele mit Überraschungsmoment für Spannung, und ab dem Grundschulalter wächst die Freude an Tempo, Taktik und Teamarbeit. Alle Spiele aus unserem Katalog finden Sie unter Spiele & Puzzles.